Presse

13. Februar 2012

Kein Verursacher der Störung in der Müllverbrennungsanlage zu ermitteln Ohne greifbares Ergebnis ist die Suche nach den Ursachen der Quecksilberstörung in der MVA Weisweiler eingestellt worden.Nach der illegalen Entsorgung einer großen Menge des Schwermetalls im Juni 2011 war es in der MVA zu einem schlagartigen Anstieg der Quecksilber-Emissionswerte gekommen. Aus Sicherheitsgründen wurde die Anlage daraufhin linienweise abgestellt. Erst nachdem die umfangreichen Reinigungsarbeiten beendet und zusätzliche Messeinrichtungen installiert worden waren, konnte der Betrieb schließlich nach fast neun Tagen Stillstand wieder aufgenommen werden.Trotz intensiver Ermittlungen durch die Kriminalpolizei und der mehrwöchigen, minutiösen Untersuchung von einigen, möglicherweise mit Quecksilber kontaminierten Abfallcontainern durch die Aachener Berufsfeuerwehr bleibt die Ursache des teuren Schadens im Dunkeln.Auch wenn – oder besser: gerade weil – alle Anstrengungen nicht zur Ermittlung der Verursacher geführt haben, bedankte sich der Vorsitzende des Aufsichtsrats der MVA, Städteregionsrat Helmut Etschenberg, bei allen Beteiligten für ihren Einsatz. Auch vom Engagement der Staatsanwaltschaft zeigte er sich beeindruckt: „Obwohl die Kosten der Ermittlungsmaßnahmen nicht unerheblich waren, hat die Behörde“ – so Etschenberg – „alles darangesetzt, den Verursacher dieser illegalen Entsorgung zu ermitteln.“ „Und“ – so Etschenberg weiter – „die Filtertechnik der MVA Weisweiler hat trotz der extremen Belastung eine Schädigung der Umwelt weitestgehend verhindern können.“ Die komplette MVA-Pressemeldung können Sie hier runterladen.

15. Juni 2011
MVA Weisweiler vorsorglich abgeschaltet 

Nachdem am 8. Juni 2011 die Messgeräte für die Quecksilberbelastung in den Rauchgasen der Müllverbrennungsanlage Weisweiler an allen drei Verbrennungslinien einen ungewöhnlichen Anstieg der Messwerte anzeigten, entschloss sich die technische Leitung der MVA umgehend, aus Vorsichtsgründen die gesamte Anlage herunterzufahren.

Nach den Erfahrungen mit einem ähnlichen Vorgang im Jahr 2001 wollte man erst nach einer genauen Analyse weitere Schritte angehen. Andreas Fries, der technische Geschäftsführer der MVA Weisweiler, betonte: "Die Filter- bzw. Abscheidesysteme für Quecksilber in unserer Anlage funktionieren einwandfrei. Wir müssen aber ganz genau klären, warum es zu erhöhten Anzeigewerten in den Messgeräten kommt. Deshalb schalten wir vorsorglich ab."

Fries befürchtete, dass es auch diesmal eventuell zu einer illegalen Entsorgung von Quecksilber über Ñnormaleì Müllanlieferungen gekommen sein könnte. Dies stellte sich dann auch so heraus. Wann die Müllverbrennungsanlage wieder in Betrieb gehen würde, war am Pfingstmontag noch nicht abzusehen. Die Entsorgung des Mülls aus der Region war aber jederzeit durch vorhandene Zwischenlagerungsmöglichkeiten und die Zusammenarbeit mit anderen MVAs in der Umgebung gesichert. Nach genauen Analysen, intensiven Untersuchungen und umfangreichen technischen Vorbereitungen legte die Müllverbrennungsanlage Weisweiler einen Plan zur Wiederaufnahme des Anlagenbetriebs vor, nachdem die Belastung von Müllmengen durch Quecksilber festgestellt worden war. 

In Abstimmung mit der Abteilung für Umwelt- und Arbeitsschutz der Bezirksregierung Köln sowie unter Hinzuziehung weiterer externer Experten wurde ein entsprechender Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung gestellt und genehmigt. Der Antrag beinhaltete verschiedene Maßnahmen. So wurden alle Komponenten der Rauchgasreinigungsanlagen einer intensiven Reinigung unterzogen, um daran eventuell anhaftende Quecksilbermengen weitestgehend zu entfernen. In die drei Heizkessel wurde eine zusätzliche Reinigungsstufe eingebaut, die durch das Eindüsen einer hochwirksamen Chemikalie die Filterleistung speziell für Quecksilber deutlich erhöhte. Damit war die Ausfilterung von im Abfall gegebenenfalls noch enthaltenem Quecksilber gewährleistet. Dennoch musste damit gerechnet werden, dass Spuren von Quecksilber unter anderem aus unzugänglichen Anlagenteilen bei der Wiederinbetriebnahme der Anlage emittiert wurden. Dies ist von der zuständigen Bezirksregierung genehmigt worden. Die emittierten Quecksilberkonzentrationen und -frachten wurden während der geplanten schrittweisen Wiederinbetriebnahme aller drei Linien laufend und fürjedeLinie getrennt überwacht.

Im Vorfeld all dieser Maßnahmen hat sich die MVA Weisweiler im Rahmen eines Gutachtens ausdrücklich bestätigen lassen, dass auch bei einer zeitweilig erhöhten Quecksilberemission keinerlei Gefährdung für die Bevölkerung besteht und im Umfeld der Anlage die empfohlenen Belastungswerte für Quecksilber der Bund-/Länderarbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz auch weiterhin sehr deutlich unterschritten werden.

Die MVA Weisweiler hat ständige umfangreiche Luftmessungen während des Sonderbetriebs in der gesamten Umgebung der Anlage beauftragt. Diese Maßnahmen führten zu den erwarteten Ergebnissen: Bis auf wenige Spitzen konnten die gesetzlichen Grenzwerte durchweg eingehalten werden. Insgesamt wurden bislang acht Container mit quecksilberverdächtigen Abfällen sichergestellt. 

13. September 2010
Auch aus Umweltschutzgründen - Vollbetrieb für die MVA Weisweiler wünschenswert 

„Wir haben in Weisweiler eine Müllverbrennungsanlage auf dem technisch bestmöglichen Stand, die optimal geführt wird und den Bürgern höchste Sicherheit bietet. Diese High-Tech-Qualität erhalten sie für einen angemessenen Preis. Die Vorstellung, durch das Stilllegen der dritten Verbrennungsstraße Geld sparen zu können, ist abwegig. Auch aus Umweltschutzgründen ist Vollbetrieb wünschenswert, eben weil die Anlage so hervorragende Rauchgasfilter hat“, stellte Landrat Wolfgang Spelthahn jetzt in Weisweiler vor der Presse fest. Gemeinsam mit Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp, Eschweilers Bürgermeister Rudi Bertram sowie AWA-Geschäftsführer Ulrich Koch  trat er dem Vorschlag der Grünen entgegen, einen Teil der MVA stillzulegen und diesen als Ersatzteillager für die verbleibenden beiden Verbrennungsstraßen zu nutzen. „Auf diese Weise lässt sich unser hoher Standard nicht halten“, waren sich die in den Gremien der Abfallentsorgung politisch Verantwortlichen einig und bewerteten den Vorstoß der Grünen als „Milchmädchenrechnung im Sommerloch“.

Eine konkrete Zahl nannte Helmut Etschenberg: 30,97 Euro koste die Müllentsorgung in der Region pro Bürger und Jahr. 2011 könnten die Kosten sogar um eine Million Euro gesenkt werden, prognostizierte er. Selbst der als besonders kritisch bekannte Bund der Steuerzahler NRW habe festgestellt, dass die Bürger in der Städteregion sowie den Kreisen Düren und Heinsberg finanziell nicht überstrapaziert würden, da die Gebühren landesweit im mittleren Preissegment lägen.

Wie die anderen Verbrennungsanlagen in NRW, so ist auch die in Weisweiler voll ausgelastet. „Da wäre es fahrlässig, Kapazitäten zu reduzieren“, so Landrat Spelthahn. Zumal zu erwarten sei, dass die neue Landesregierung bei der Müllverbrennung zum alten Nähe-Prinzip zurückkehrt. Dann wäre auch der Kreis Heinsberg verpflichtet, den Müll seiner Bürger dauerhaft in Weisweiler verbrennen zu lassen.

17. Dezember 2009
Rauchgasreinigungsanlage der MVA Weisweiler wird umgebaut

Städteregionsrat Helmut Etschenberg ist der neue Aufsichtsratsvorsitzende der MVA Weisweiler GmbH & Co. KG. Gleich zu Anfang seiner Amtszeit am Donnerstag wurde eine wichtige Entscheidung im Aufsichtsrat gefasst: Die Rauchgasreinigungsanlage der Müllverbrennungsanlage in Weisweiler wird umgebaut. Ziel dieses Umbaus: Kosteneinsparungen, Energieeinsparungen und eine nachhaltige Reduzierung der CO²-Emissionen.
Die Diskussionen in den politischen Regionen in der Region verliefen in Sachen Müllverbrennung in den letzten Wochen hitzig und teils sehr kontrovers. Der schon seit längerem geplante Umbau von wichtigen Komponenten der Rauchgasreinigung der Müllverbrennungsanlage Weisweiler schien zu höheren Verbrennungskosten der MVA zu führen. Doch stellten sich diese Befürchtungen als unbegründet heraus. „Manchmal muss man eben zweimal hinschauen und sich sehr intensiv in die Materie einarbeiten, bevor man endgültige Entscheidungen trifft.“, gibt sich der Dürener Landrat Wolfgang Spelthahn inzwischen als überzeugter Befürworter der Entscheidung für den großen Umbau zu erkennen.
Sein städteregionaler Kollege und neuer Aufsichtsratschef Helmut Etschenberg betont: „Alles andere als eine Entscheidung für den sofortigen Umbau wäre kontraproduktiv und nicht im Sinne der Bürgerinnen und Bürger aus der Region Aachen / Düren gewesen.“
Die wirtschaftlichen Kalkulationen sprechen eine deutliche Sprache: Über einen Zeitraum von 10 Jahren erbringt der Umbau in der Müllverbrennungsanlage eine Kosteneinsparung von mehr als 23 Millionen Euro. Die dazu notwendigen Investitionskosten sind in dieser Summe bereits berücksichtigt.
Bereits im Jahr 2010 soll an der ersten der drei Linien der Müllverbrennungsanlage mit den Umrüstungsarbeiten begonnen werden. 
Ziel der Maßnahme ist es zum ersten, die Energiebilanz der MVA um 4 Prozent pro Jahr durch die Einsparung von rund 65.000.000 kWh zu verbessern, die Wartungskosten in jedem Jahr um mehr als 1 Millionen Euro zu senken, Energiekosten (Gas) im Werte von (z. Zt.) 1,9 Millionen Euro jährlich einzusparen (bei steigenden Energiepreisen verbessert sich dieser Faktor) und jedes Jahr ca. 20.000 Tonnen CO2 weniger an die Umwelt abzugeben. In Weisweiler werden direkt nach dem einstimmigen Aufsichtsratsbeschluss alle Maßnahmen zum Umbau angegangen, um die Einsparungen möglichst bald umzusetzen.
Damit ist auch gesichert, dass sich der Umbau der Rauchgasreinigung zukünftig nicht negativ auf die Entsorgungsgebühren für die Bürgerinnen und Bürger im Gebiet des Zweckverbandes Entsorgungsregion West auswirkt. Zum stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde Carsten Liedtke von den Stadtwerken Krefeld gewählt.

9. Mai 2009
MVA Weisweiler durch Pläne der Landesregierung deutlich benachteiligt

Die Landesregierung plant in Sachen Abfallwirtschaft auf neue Rahmenbedingungen: So sollen sich Kreise und Kommunen, die nicht wie Stadt und Kreis Aachen und der Kreis Düren Mitbetreiber einer MVA sind, zukünftig aussuchen dürfen, wo ihr Müll verbrannt wird.

Bestraft würden dann Städte und Kreise, die in der Vergangenheit in verantwortungsvolle Müllbeseitigung für ihre Bürgerinnen und Bürger investiert haben. Ferner wären die Investitionen der MVA Weisweiler in neueste Umwelttechnik dann unter reinen Wettbewerbsaspekten zu kostspielig.Doch auch aus umweltpolitischen Gründen wären die Folgen schwerwiegend: Mülllaster könnten kreuz und quer durch Deutschland unterwegs sein. So wäre im Umkehrschluss vermutlich auch die MVA Weisweiler gezwungen, Fremdmüll aus ganz Europa zu akquirieren, um die finanziellen Verluste auszugleichen.

6. März 2009
MVA nicht durch "Cross-Border-Leasing" finanziert
Entgegen vieler Mutmaßungen und Spekulationen ist die Müllverbrennungsanlage Weisweiler und sind damit ihre Gesellschafter AWA Entsorgung GmbH, Eschweiler und Entsorgungsgesellschaft Niederrhein GmbH, Grevenbroich nicht von den Folgen der massiven Verluste des US-amerikanischen Versicherers AIG betroffen. Die Müllverbrennungsanlage Weisweiler wurde nicht durch ein „Cross-Border-Leasing“ finanziert.
Gegenteiligen Spekulationen aus der Gerüchteküche treten die beiden Geschäftsführer der MVA Weisweiler GmbH & Co Andreas Fries und Ulrich Koch entschieden entgegen: „Bei uns gibt es definitiv keinerlei Finanzbelastungen durch irgendwelche „Cross-Border-Leasing“-Geschäfte!“
Ein deutsches Leasingmodell wurde erfolgreich abgeschlossen und die Anlage gehört heute ausschließlich bankfinanziert den beiden Gesellschaftern AWA und EGN. Die noch anstehenden Finanzierungsbeträge bei deutschen Banken werden in den nächsten Jahren planmäßig abgelöst.